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Ein Werwolf zu Gast

Ich freue mich sehr, dass ich euch heute ein Interview mit dem Urban-Fantasy-Autor Rainer Stenzenberger im Vampirgeflüster-Blog präsentieren kann. Er hat das Buch „Berlin Werwolf“ geschrieben, der Auftakt zu einer urbanen Werwolf-Reihe in Berlin. Nun kommen zwar keine Vampire in der Geschichte vor, aber nicht erst seit „Underworld“ wissen wir, dass Vampire und Werwölfe recht viel verbindet.

Kurzum erzählt das spannende Buch die Geschichte von Gero von Sarnau, der mehr Laster hat als andere Menschen Facebook-Kontakte. Zocken, schnelle Autos, der ständige Ritt auf der Klinge … Das alles kostet jedoch eine Menge Geld. Aber ein Kerl, dem bei Vollmond Haare auf dem Handrücken wachsen und der anschließend auf blutige Jagd geht, ist für einen Nine-to-Five-Job nicht geeignet. Also plant Gero gemeinsam mit drei Freunden einen Überfall auf den berüchtigten Kreuzberger Wettpaten Yildiray. Dumm nur, dass ihn ausgerechnet mit dessen schöner Tochter eine heimliche Liaison verbindet…

Rainer – schön, dass du mir heute Rede und Antwort stehst. Eins vorab: Das Cover von „Berlin Werwolf“ gefällt mir sehr gut – das lässt auch sehr treffend auf den Inhalt schließen…

RS: Danke! Mir gefällt die düstere Anmutung und auch der Kniff mit der Kralle, die das Cover aufreißt. Da hat der be.bra Verlag sehr gute Arbeit geleistet.

In den USA sind Werwölfe derzeit sehr beliebt. Meist dauert es aber ein paar Jahre, bis solche US-Trends in der Literatur auch nach Deutschland überschwappen. Wie kamst du auf die Idee zu „Berlin Werwolf“?

RS: Zu Beginn stand die Idee, eine Geschichte über vier Freunde zu schreiben, die ein kriminelles Ding planen. Ich wollte aber mit der Hauptfigur noch etwas mehr, auch Grenzen überschreiten, Handlungen und Instinkte austesten. Da mich Werwölfe schon immer faszinierten und ich damals eine Urban-Fantasy-Reihe von Jim Butcher las, kam ich irgendwann auf die Idee, die Geschichte der vier Freunde um eine fantastische Komponente anzureichern – BERLIN WERWOLF wurde geboren.

Du schreibst Urban Fantasy, das heißt, dass deine Geschichte nicht in einer erfundenen Fantasiewelt spielt, sondern im realen Hier und Jetzt. Der urbane Schauplatz ist Berlin. Wieso hast du dich für diese deutsche Stadt entschieden und worin liegt der Reiz der Urban Fantasy?

RS: Da ich selbst in Berlin lebe, liegt der Schauplatz eigentlich auf der Hand. Es ist ein wenig kurios, dass mir diese Frage immer wieder gestellt wird, andererseits verstehe ich es, da viele deutsche Autoren ihre Handlung ins Ausland verlegen. Bei Urban Fantasy erwarten die meisten Leser einen Handlungsort in den USA. Für Berlin sprach aber nicht nur, dass ich die Stadt kenne, sondern auch der Umstand, dass ich skurrile und interessante Figuren mag. Mir ist noch keine Stadt begegnet, in der sich so viele unterschiedlichste Charaktere tummeln wie Berlin.

In Deutschland verkauft sich Urban Fantasy lange nicht so gut wie in den USA, wo die Leser experimentierfreudiger und aufgeschlossener sind. Hast du trotzdem Hoffnung, dass sich das Genre hierzulande etabliert – ähnlich, wie es ja die Romantasy getan hat?

RS: Das wünsche ich mir auf jeden Fall und bin optimistisch für die Zukunft. Irgendwer muss einmal das Eis für eine eigene Urban-Fantasy-Kultur abseits von Seattle, Los Angeles oder Chicago brechen und wenn ich dazu einen bescheidenen Beitrag leisten kann – umso besser!

Wieso sollte man dein Buch unbedingt gelesen haben?

RS: Um daran anzuknüpfen: Es ist eine Geschichte aus der eigenen Kultur, mit einem deftigen Humor, mit Typen, denen man in der U-Bahn oder an der Currybude schon mal begegnet ist. Ich verbinde – wie ich hoffe – Lokalkolorit, Humor, Action und Urban Fantasy auf eine besondere Art und Weise. Im Mittelpunkt stehen bei mir eindeutig die Figuren der Geschichte.

Gibt es eigentlich ein reales Vorbild für deinen Protagonisten Gero? Etwa sogar dich selbst?

RS: Freunde behaupten, dass da was dran wäre. Ich bin allerdings deutlich weniger behaart!

Wie lange hast du an „Berlin Werwolf“ gearbeitet? Und was waren die größten Schwierigkeiten beim Schreiben?

RS: Ich kann das so genau gar nicht mehr nachvollziehen, weil das Buch in mehreren Etappen entstand. Pi mal Daumen brauchte ich etwa ein Jahr. Die größte inhaltliche Schwierigkeit ist für mich stets das „plotten“, also das Handlungsgerüst zu entwickeln – im Gegensatz zum direkten Schreiben, das mir leichter fällt.

Arbeitest du gerade an einem neuen Buch bzw. der Fortsetzung von „Berlin Werwolf“? Und kannst du den Lesern schon etwas daraus verraten?

RS: Ja, ich schreibe gerade am zweiten Band, da BERLIN WERWOLF von Anfang an als Reihe geplant war. Die Geschichte knüpft zeitlich am Ende des ersten Bandes an, zahlreiche bekannte Protagonisten werden wieder auftauchen, es wird aber eine komplett neue Geschichte erzählt. Jüngere Leser werden wahrscheinlich gerne hören, dass ein Teenager eine wichtige Rolle spielt.

Könntest du dir vorstellen, auch einmal einen Roman zu schreiben, der in einem anderen Genre angesiedelt ist? Oder wäre ein Vampir als Protagonist nicht ebenfalls sehr spannend?

RS: Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch andere Genres zu bedienen. Auch ein Vampir wäre denkbar, dann wäre es aber vermutlich ein sehr unromantischer und abgerissener Zeitgenosse – ob ich das den Leserinnen zumuten kann?

Ich glaube, den LeserInnen darf man sicher mehr zumuten als den klassischen Gentleman-Vampir – auch wenn wir den sicher am liebsten mögen! Wir dürfen also gespannt sein, was es noch von dir zu lesen geben wird. Vielen herzlichen Dank für das spannende Interview und viel Erfolg mit „Berlin Werwolf“!

Infos zum Buch:

Berlin Werwolf: Blutsbrüder, 256 Seiten, Bebra Verlag, 1. Aufl. März 2012, 14,95 Euro, ISBN-13: 978-3814801957

Berlin Werwolf: Blutsbrüder

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